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Andrzej Pryba

Andrzej Pryba
Foto: Andrzej Pryba

UP Reconnect Guest: Andrzej Pryba

Visiting from: Poland

Home Institution: Adam Mickiewicz Universität

Host at the UP: Prof. Dr. Walter Homolka

Institute at the University of Potsdam: School of Jewish Theology

Time of the visit: October 2023

Andrzej Pryba ist Priester und Mitglied der Kongregation der Missionare der Heiligen Familie und lehrt als Prodekan an der Adam Mickiewicz Universität in Posen. Im Interview berichtet er von seinen Aufgaben und seinen aktuellen interreligiösen Forschungen zum Thema Ehe und Familie im Judentum und Katholizismus im 19. und 20. Jahrhundert.


Lieber Andrzej Pryba, nach Abschluss des Gymnasiums sind Sie in das Noviziat der Kongregation der Missionare der Heiligen Familie in Bąblin eingetreten und wurden 1991 in Kazimierz Biskupi zum Priester geweiht. Was hat Sie damals zu dem Schritt bewogen, eine Laufbahn in der Kirche einzuschlagen?

Der Beitritt zum Orden der Missionare der Heiligen Familie ist zunächst eine Zeit der Unterscheidung und des Studiums. Gleichzeitig entdecke ich, dass das Leben in einer Religionsgemeinschaft das Richtige ist und meinen Interessen und Charismen entspricht.

Prof. Dr. Walter Homolka ist Ihr Gastgeber hier an der Universität Potsdam, erzählen Sie uns, wie der Kontakt nach Deutschland zustande kam!

Die Universität Potsdam und die Adam Mickiewicz Universität in Posen arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Die Initiative zur Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät in Posen kam von Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka im Februar 2017. Die Gespräche wurden auf Rektorebene geführt. In der Praxis wurde der Fall aufgrund meiner Position als Prodekan für internationale Zusammenarbeit an mich herangetragen. Damals erhielten wir eine Einladung vom Institut für Jüdische Theologie. Dieser Einladung sind wir gerne gefolgt. Die Folge davon war ein Arbeitstreffen dreier unserer Professoren aus Posen in Potsdam. Ich hatte das Glück, von Anfang an an diesem interessanten und fruchtbaren Projekt teilnehmen zu dürfen.

Die Konsequenz dieser Zusammenarbeit war die Organisation gemeinsamer Workshops für unsere Studierenden in Potsdam. Dann analysierten wir die Methode und den Inhalt der Predigt des Wortes durch einen Rabbiner und einen katholischen Priester. Es war wirklich eine sehr interessante gemeinsame Erfahrung eines bestimmten Jobs. Der nächste Schritt war die Veröffentlichung im Wissenschaftlichen Verlag der Universität Adam Mickiewicz in Posen, Übersetzungen des Buches von Prof. Homolka, betitelt „Anspruch auf Jesus erheben. Der Nazarener aus jüdischer Sicht (Upominanie się o Jezusa. Nazarejczyk z perspektywy żydowskiej).“ Nach der Bearbeitung des Buches besuchten wir Posen mit einem Vortrag von Prof. Homolka während der Zeit des Judentums. Dies sind nur einige der Veranstaltungen, die an unseren Universitäten stattgefunden haben.

An welchen konkreten Forschungskooperationen oder Projekten sind Sie während Ihrer Zeit hier beteiligt?

Die Zusammenarbeit mit Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka war sehr hilfreich. Treffen im Rahmen wissenschaftlicher Seminare, Diskussionen zu diesem Thema und vieles mehr. Darüber hinaus erwies sich meiner Meinung nach die gemeinsame Arbeit an einem Artikel für die Schweizer Fachzeitschrift „Religion“ als sehr wichtig. Das Thema unserer gemeinsamen Forschung war: Vorbereitung auf die Ehe in der jüdischen und katholischen Tradition.

Welchen Vorteil bietet Ihnen der Aufenthalt mit UP Reconnect in Potsdam für Ihre Forschung?

Mein Aufenthalt an der Universität Potsdam bot die Gelegenheit, Quellen für das von mir erforschte Projekt zu finden. Konkrete Treffen mit Universitätsleuten und die Zusammenarbeit mit ihnen erweiterten meinen Horizont. Darüber hinaus entstanden neue Ideen für die weitere Forschung und eine noch intensivere Zusammenarbeit, einschließlich der Organisation weiterer wissenschaftlicher Konferenzen und Buchveröffentlichungen.

Andrzej Pryba and Prof. Dr. Walter Homolka
Foto: Sabeth Offergeld
Andrzej Pryba and Prof. Dr. Walter Homolka at the School of Jewish Theology.

Sie beschäftigen sich in Ihrer Forschung vor allem mit dem Thema Familie – woher stammt dieses Interesse?

Meine Interesse an Ehe- und Familienfragen hängt mit den Aktivitäten der religiösen Kongregation der Missionare der Heiligen Familie zusammen. Die Arbeit mit Familien ist ein wichtiger Bestandteil der Aktivitäten dieser Kongregation. Von Beginn meiner Präsenz in der Religionsgemeinschaft an habe ich mich mit diesem Thema sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus pastoraler Sicht auseinandergesetzt.

Als Ziel Ihres Forschungsaufenthaltes beschreiben Sie u.a. die Untersuchung der Entwicklung und des Wandlungsprozesses der Konzepte von Ehe und Familie im Judentum und Katholizismus im 19. und 20. Jahrhundert. Welchen Wandel beobachten Sie und welche Unterschiede lassen sich zwischen den beiden Religionen feststellen?

Das Projekt „Ehe und Familie in der jüdischen und katholischen Religionstradition 19. – 20. Jahrhundert“, an dem ich beteiligt bin, ist ein sehr interessantes Thema. Bei meiner Recherche komme ich zu der Überzeugung, dass es äußerst wichtig ist, zu den Quellen zurückzukehren. In unserem Fall (jüdische und katholische Traditionen) haben wir viel gemeinsam. Daher lohnt es sich, nach dem zu suchen, was uns verbindet. Interessant sind auch die Unterschiede. Sie entdecken, nach Sinn suchen. All dies kann einen Mehrwert darstellen. Ich hoffe, dass die Forschungsergebnisse nicht nur für mich, sondern auch für diejenigen, die danach greifen, eine Bereicherung sein werden.

An welche Erlebnisse während Ihrer Zeit hier in Potsdam werden Sie sich gerne zurück erinnern und was würden Sie anderen internationalen Forschern raten, die einen Aufenthalt mit UP Reconnect an der Universität Potsdam in Betracht ziehen?

Ich werde mich sehr gerne an meinen Aufenthalt an der Universität Potsdam erinnern. Treffen mit Wissenschaftlern dieser Universität, akademische Atmosphäre, Bibliothek und die Möglichkeit, in einem wunderschönen Park spazieren zu gehen.

Herzlichen Dank für das interessante Interview, wir wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft!