Erasmus+ Green Travel
Ankommen. Mitmischen.
Der Nachhaltigkeits‐Preis der Uni Potsdam für Ihr Engagement während des Erasmus+ Aufenthalts!
Wir verleihen Preise im Wert von 5 x 100 EUR an Studierende, die …
- besonders nachhaltig unterwegs sind, z.B. mit dem Rad anreisen
- sich besonders im Gastland engagieren, z.B. an Müllsammel‐ oder Umweltschutzaktionen teilnehmen
- sich im Gastland sozial engagieren, z.B. „Tafel“ unterstützen
… und uns davon in Form von Fotos und kurzem Statement/Blog/Video etc. berichten.
Mitmachen.
Schreiben Sie uns bis 31.5.2026 per E‐Mail mit Ihrer Story, Ihrem Vorhaben, Ihrem Projekt!
- Eine Jury wählt die besten Projekte aus.
- Die Gewinne werden in Form von Gutscheinen bei regionalen Läden (z.B. beim Aussteiger oder Unverpackt‐Laden) ausgegeben.
Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen!
Gewinnerinnen des Nachhaltigkeitspreises 2025
Franziska, Athen, Griechenland
Meine Anreise ins Erasmus-Semester erfolgte komplett auf dem Landweg. Mit dem Nachtzug ging es los in Richtung Budapest. Der Tag beginnt gerade, die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich, während Mitreisende langsam aus den Schlaf-Kabinen kommen und gemeinsam den Tagesstart durch die großen Zugfenster beobachten. Von dort aus reiste ich weiter mit verschiedenen Bussen über Serbien und Mazedonien bis nach Griechenland, mein Ziel: Athen.
Griechenland ist neben dem guten Essen vielen auch für seine vielen Straßentiere bekannt. In Athen selbst, einer von Tourismus geprägten Stadt, sieht man auf den ersten Blick kaum Straßenhunde. Doch wer sich aus dem Zentrum entfernt und hinter die Fassade blickt, begegnet schnell der Realität. Ich habe Kontakt zu einer Frau bekommen, die eine kleine Organisation für Straßenhunde ins Leben gerufen hat. Mit ihr fahre ich am Wochenende frühmorgens zu einem "Dog Shelter" außerhalb der Stadt, was eigentlich ein Schrottplatz ist. Alte Betonrohre und Mülltonnen dienen als Schutzhütten für die Tiere. Wir gehen mit den Hunden spazieren, reinigen die Gehege und schneiden Teppiche zurecht, damit sie etwas Schutz vor der Kälte in den kommenden kalten Monaten haben.
Anschließend besuchen wir noch eine verlassene Fabrik, in der zwei eingesperrte Hunde leben, die wir mit Futter und frischem Wasser versorgen. Die ehemalige Fabrik grenzt an ein Viertel, außerhalb der Stadt, wo nur Romafamilien leben. Auch sie erhalten Unterstützung. Alle zwei Wochen fahren wir in das Viertel und bringen Obst, Kleidung und Spielzeug für die Kinder (Fotos nicht erlaubt).
Diese Begegnungen zeigten mir, wer ein Land wirklich kennenlernen und erleben möchte, muss hinter die Fassaden und auch mal dahin gucken, wo es auf den ersten Blick nicht so "schön" aussieht. Doch Schönheit kann viele Facetten haben.
Ich reise schon immer lieber auf dem Landweg, denn diese Art zu reisen schenkt einem Momente der Nähe. Bescheidenheit und Neugier ermöglichen authentische Begegnungen und machen es möglich, mit Menschen auf ehrliche Weise in Kontakt zu treten. Nachhaltigkeit kann auf zu vielen Ebenen stattfinden, sei es beim Reisen oder sich in einem Projekt zu engagieren.
Alma, Oslo, Norwegen
Ich engagiere mich bei Spire Oslo, OSI Friluft und einer feministischen Association der Universität von Oslo.
Bei Spire organisieren wir Veranstaltungen zu dem Thema Nachhaltigkeit, aktuell mit dem Fokus auf Wohnen und speziell auf nachhaltiges und bezahlbares Wohnen für alle in Oslo. Auch wichtig ist der Fokus auf Öl und die Ölkonzerne in Norwegen sowie deren Macht und Auswirkungen auf die Klimakrise.
Bei der feministischen Association behandeln wir alle möglichen Themen rund um Gender Studies und Gleichberechtigung, sowohl lokal als auch global. Auch dort veranstalten wir verschiedenste Events und Workshops.
Bei OSI Friluft organisieren wir Wanderungen, Pilzsammel-Aktionen oder renovieren aber auch die eigene Student cabin im Norden von Oslo. Dabei habe ich mich beteiligt, indem ich meine Ideen einbringe und mich aktiv dabei beteilige, indem ich zum Beispiel den Boden geschliffen, Räume geputzt oder Stühle geölt habe, und damit dazu beigetragen habe, dass die Student Cabin langfristig für alle Studierenden als Ort des Zusammenkommens und Austausches erhalten bleibt.
Durch mein Engagement vertrete ich nicht nur meine eigenen Werte und stehe für diese ein sondern komme mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen und lerne viel über Norwegen und Oslo aber auch andere Kulturen anderer Internationaler Studierenden. Dazu lerne ich sehr viel Neues über Nachhaltigkeit, Feminismus und praktische Fähigkeiten der Handarbeit.
Gerne möchte ich diese Erfahrungen in Potsdam nach meinem Aufenthalt teilen und in mein politisches Engagement dort weitergeben. Auch könnte ich mir vorstellen, in Austausch mit den norwegischen Organisationen zu bleiben um weiter voneinander zu lernen und sich international auszutauschen.
Informationen zum nachhaltigen Reisen
Ihr Auslandsaufenthalt rückt näher und damit auch die Entscheidung, wie Sie zu Ihrer Gastinstitution gelangen? Wie wäre es mit "Green Travel"? Mit „Green Travel“ sind Reisen gemeint, bei denen emissionsarme Verkehrsmittel wie Busse, Züge, Fahrräder oder Fahrgemeinschaften für den Großteil der Reise genutzt werden. Unterstützen Sie die Umwelt und profitieren Sie von einer zusätzlichen finanziellen Förderung und extra Reisetagen.
Natürlich sind die Reisezeiten mit Bahn und Bus teilweise deutlich länger als bei einer Flugreise. Dafür benötigen Sie keine Kofferwaage und haben die Möglichkeit, Ihre Reise in Etappen zu gestalten und so auch die Orte zwischen der Universität Potsdam und Ihrer Partnerhochschule kennenzulernen.
Welche zusätzliche finanzielle Förderung erhalte ich?
Wenn Sie den überwiegenden Teil Ihrer An- und Abreise mit emissionsarmen Verkehrsmitteln gestalten, können Sie je nach Bedarf bis zu 6 zusätzliche Reisetage finanziert bekommen. Außerdem erhalten Studierende, deren Auslandsaufenthalt in 2026 beginnt, einen erhöhten Reisekostenzuschuss.
| Reisedistanz* | Grünes Reisen | Standardreisen |
|---|---|---|
| 10 bis 99 KM | 56€ | 28€ |
| 100 bis 499 KM | 285€ | 211€ |
| 500 bis 1999 KM | 417€ | 309€ |
| 2000 bis 2999 KM | 535€ | 395€ |
| 3000 bis 3999 KM | 785€ | 580€ |
| 4000 bis 7999 KM | 1.188€ | 1.188€ |
| 8000 KM oder mehr | 1.735€ | 1.735€ |
* Die Reisedistanz entspricht der Entfernung zwischen der Universität Potsdam und der Gasthochschule (gemäß Distance Calculator).
Wie erhalte ich die zusätzliche finanzielle Förderung?
Bereits im Bewerbungsformular um einen Platz im Erasmus-Programm können Sie angeben, ob Sie vorhaben, „grün“ zu reisen. Doch auch im späteren Verlauf Ihrer Vorbereitung für den Auslandsaufenthalt wird abgefragt, mit welchem Verkehrsmittel Sie an- und abreisen werden. Das International Office berechnet dann anhand Ihrer Angaben die Förderhöhe und -dauer und stellt Ihnen die nötigen Formulare zur Verfügung.
Klimaneutrale Reisemöglichkeiten
Zugreise durch Europa
Je nach gewählter Hochschule ist die Anreise ohne Flugzeug sehr einfach zu gestalten. Aber auch wenn Sie eine weite Strecke zurücklegen möchten, sollten Sie die Reise über Land in Erwägung ziehen. Websites wie «Erasmus by train» oder «Nachtzugkarte» helfen Ihnen, Ihre Reiseroute zu planen.
Nachtzugkarte - Nachtzugverbindungen von Aberdeen bis Zagreb
The train travel guide by the “Man in Seat 61”
Nutzen Sie den Interrail-Pass für Ihre Reise!
Eine besondere Möglichkeit, Europa zu erkunden, bietet Ihnen der neue Erasmus+ Interrail-Pass. Dieser ermöglicht Ihnen, innerhalb von sechs Monaten an vier oder sechs beliebigen Tagen frei durch Europa zu reisen. Sie sparen nicht nur Geld, sondern können die Vielfalt Europas in der Nähe Ihrer Gastuniversität erkunden – eine gute Chance, Ihre Erasmus-Erfahrung mit zusätzlichen Entdeckungen zu bereichern.
Weitere nützliche Links:
- Fact Sheet Erasmus+ Green Travel (DAAD) (PDF, 145 KB)
- Interrail Pass for Erasmus+ (PDF, 266 KB)





