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Soziologie

Die Idee der Lebensgestaltung – die Vorstellung, dass Menschen ihr Leben entsprechend eigener Entscheidungen und Kompetenzen führen – tritt erstmals mit der Modernisierung „westlicher“ Gesellschaften als Massenphänomen in Erscheinung und wurde schon damals von den Klassikern der Soziologie reflektiert. In heutigen modernen Gesellschaften sieht sich der Einzelne nunmehr vielfältigen und mitunter widersprüchlichen Erwartungen ausgesetzt, zu denen er sich zu verhalten hat – denen der Familie und des Freundeskreises, der Glaubensgemeinschaft, der Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, des Arbeitsmarktes und nicht zuletzt seinen eigenen. Seinem Leben in einer zunehmend pluralen, flexiblen und mobilen Gesellschaft – immer wieder aufs Neue – Gestalt geben zu können und zu müssen, stellt somit nicht nur für Heranwachsende eine Herausforderung unserer Zeit dar.

Im Fachbereich Soziologie befassen wir uns daher mit der Frage, wie die vielen kleineren und größeren Entscheidungen, Kurswechsel und Lebensperspektiven sowohl mit gesellschaftlichen Bedingungen als auch mit intersubjektiven Bedeutungen (Identitäten und Lebenswelten) zusammenhängen. Hierzu besprechen wir aktuelle (Jugend-) Milieustudien und diskutieren Begriffe, Perspektiven und Theorien zu den Themen „Soziale Milieus und Identitäten“, „Werte, Normen, Rollen“ sowie  „Individualisierung in modernen Gesellschaften“. Nicht zuletzt beleuchten wir Möglichkeiten und Hürden sozialer Teilhabe und Integration und greifen öffentlich geführte Kontroversen mit Bezug zu jugendlichen Lebenswelten auf. Hierzu wendet die Soziologie sowohl deutende geisteswissenschaftliche als auch messende empirische Methoden an.

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