Was steht in Ihrem Buch – in drei Sätzen?
Der Sammelband Border Crossing – Global History Dialogues untersucht das Konzept des Grenzüberschreitens auf ganz verschiedenen Ebenen u.a. auf physischer, kultureller und intellektueller Ebene und verbindet dabei lokale Erfahrungen mit globalen Dynamiken. Es enthält Mikrohistorien geschrieben von Studierenden des Global History Lab der Universität Cambridge ebenso wie Reflexionen von Lehrenden zur Vermittlung mündlicher Globalgeschichte in kontinentüberspannenden Kursräumen sowie Analysen von Studierenden der Universität Potsdam über Grenzen. Die Publikation ist das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit und hebt Stimmen hervor, die in globalhistorischen Narrativen oft übersehen werden.
Hat Ihr Buch eine Geschichte?
Dieser Sammelband ist aus der Zusammenarbeit der Professur Globalgeschichte an der Universität Potsdam mit dem Global History Lab an der University of Cambridge entstanden. Ich unterrichte in diesem Rahmen seit 2019 die Kurse „Global History Dialogues“ und seit 2024 auch „Qualitative Research Methods“ an den über 20 Partnerorganisationen des Labs weltweit. Hier geht es darum, Studierende an die Methode der Oral History heranzuführen und sie durch ein erstes eigenes Forschungsprojekt zu begleiten, das auf der Webseite https://globalhistorydialogues.org publiziert wird. Einige der Studierenden hatten Freude daran, ihre Forschung weiter auszuarbeiten und in einem Sammelband zu veröffentlichen. Wir luden dann auch die Unterrichtenden ein, ihre Reflektionen zu teilen, und Potsdamer Studierende, die in einem Kurs mit Dr. Sabine Rutar über Grenzen und Grenzüberschreiten nachgedacht haben und ihre Arbeiten ebenfalls für die Publikation überarbeiten wollten. Zusammen konnten wir so Grenzen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und mit ganz unterschiedlichen Ansätzen reflektieren.
Warum ist Ihr Buch wie kein anderes?
Es vereint viele Stimmen aus der ganzen Welt, um in drei verschiedenen Formaten über Grenzüberschreitungen nachzudenken und dabei Studierenden und Lehrenden eine neuartige Plattform zu geben.
Sie veröffentlichen im Universitätsverlag Potsdam – und damit open access. Warum?
Ich halte es für unverzichtbar, Globalgeschichte open access zu publizieren, um den Zugang aus der gesamten Welt zu erleichtern. Die professionelle Zusammenarbeit mit dem Unitersitätsverlag Potsdan war eine Freude.
Wer sollte Ihr Buch lesen – und wann?
Jede*r, die/der eine Interesse an experimenteller Geschichte hat, an Grenzen und Grenzüberschreitungen als Prozess und in einem breiten Kontext, die/den Geschichtsdidaktik interessiert oder die/der Analysen junger Forschende*r aus verschiedenen Ländern lesen möchte.
Was lesen Sie selbst?
Zurzeit gehe ich vor allem durch die Umbrüche für meine neuen Monografien „Von Luanda und Maputo nach Ostberlin: Erinnerungen afrikanischer Werktätiger an die DDR“, das Mitte März bei Ch. Links Verlag erscheinen wird, und die portugiesische Übersetzung „Mobilidades Socialistas: Emigracao laboral entre Angola, Mocambique e a Alemanha de Leste“, das Ende März mit ICS in Portugal heruaskommen wird.
Was hat Spaß gemacht beim „Buchmachen“ – und was eher nicht?
Die Zusammenarbeit mit Hendrik Geiling als Managing Editor hat große Freude bereitet, ebenso wie die nette Zusammenarbeit mit dem Universtätsverlag. Es hat mich ganz besonders erfreut, die große Motivation der neuen Generation zu erfahren, ihre ersten Forschungsarbeiten publizieren zu können.
Auf einer Skala von 1 bis 10: wie gut ist Ihr Buch?
Da müssen Sie schon unsere Leserschaft fragen. J
Wenn Sie könnten: Würden Sie sich für das Buch einen Preis verleihen – und wenn ja, welchen? Vielleicht einen für kollaborative Globalgeschichtsprojekte, die besonders eine neue Generation von potentiellen Wissenschafter*innen und interessierten Bürger*innen anspricht.
Und nun noch 3 Sätze zu Ihnen …
Ich bin seit Januar 2020 Professorin für Globalgeschichte an der Universtät Potsdam und arbeite ebenfalls seit dieser Zeit mit dem Global History Lab zusammen, um gemeinsam an bis zu 28 Partnerorganisationen Globalgeschichte zu unterrichten. Es kommen auch immer wieder schöne Publikationsprojekte dabei heraus, zuletzt etwa „The Right to Research: Historical Narratives by Refugee and Global South Researchers“, McGill-Queen’s University Press, 2023, über das sie auch schon mal berichtet haben.
„Zehn Fragen für ein Buch“ öffnet die Tür zum Potsdamer Universitätsverlag und stellt regelmäßig Neuerscheinungen vor. „Border-Crossing – Crossing – Global History Dialogues“ ist online hier und hier verfügbar. Weitere Neuerscheinungen aus dem Universitätsverlag hier.