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05/15 - Franziska Flucke

Lehrt heute als DAAD-Lektorin Deutsch und Geschichte an der Université Paris Ouest Nanterre La Défense: Alumna Franziska Flucke.
Photo: privat
Lehrt heute als DAAD-Lektorin Deutsch und Geschichte an der Université Paris Ouest Nanterre La Défense: Alumna Franziska Flucke.

Unsere Alumna Franziska Flucke arbeitet heute als Lektorin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) im Großraum Paris. Ihre Liebe zu Frankreich zog die heute 32-Jährige, die ursprünglich aus Thüringen stammt, immer wieder nach Paris und andere französische Regionen. So sammelte Franziska Flucke vor, während und nach ihrem Lehramt Studium in Germanistik, Französisch und Geschichte unter anderem für ein Jahr als Stidpendiatin der Robert Bosch Stiftung wertvolle berufliche Erfahrungen. Über ihre Studienzeit an der Universität Potsdam und über ihren beruflichen Werdegang sprechen wir im Folgenden.


Wie haben Sie Ihre Zeit an der Universität Potsdam wahrgenommen?
Ich hatte eine sehr schöne Studienzeit. Noch vor der Bologna-Reform im Frühjahr 2007 habe ich mein Staatsexamen abgelegt und hatte daher viel Freiraum, ganz anders als in Frankreich oder jetzt auch in Deutschland. Besonders in Geschichte konnte ich damals mein ganz eigenes Profil entwickeln. Ich habe zum Beispiel immer versucht, viel zur französischen Geschichte zu arbeiten und auch meine Abschlussarbeit dementsprechend gewählt. Das letzte Jahr an der Uni war allerdings ziemlich anstrengend. Ich kam gerade von einem Frankreichaufenthalt wieder und wollte so schnell wie möglich fertig werden. Da habe ich sehr viel gearbeitet, letzte Kurse besucht und bin immer zwischen Archiv, Bibliothek und Wohnheim gependelt. Nebenher habe ich noch im Schloss im Filmpark gejobbt. Zum Ausgleich bin ich regelmäßig joggen gegangen, im Wald oder aber im Park Sanssouci. Soviel Grün tat mir sehr gut und fehlt mir hier in Paris besonders.

 

Gab es für Sie einen Lieblingscampus?
Ich habe mich in Potsdam sehr wohl gefühlt. Besonders mochte ich den Campus Neues Palais. Golm atmete damals noch sehr die an die DDR-Vergangenheit bzw. war wirklich eine ständige Baustelle. Das Pendeln zwischen den zwei Standorten war etwas nervig, aber das Fahrradfahren hielt fit und die frische Luft tat gut zwischen den Kursen.

Welche beruflichen Stationen waren besonders prägend für Ihren Werdegang bisher?
Nach dem Ersten Staatsexamen habe ich ein Jahr in Paris gearbeitet und als Stipendiatin der Robert Bosch Stiftung für das Projekts „DeutschMobil“ Werbung für Deutsch als Fremdsprache an Grundschulen sowie im Sekundarbereich gemacht. Ich war für den Großraum Paris zuständig und habe mich nahezu täglich mit einem Minibus durch die Pariser Staus gekämpft. Das könnte ich mir heute nicht mehr verstellen. Aber es war eine sehr erfahrungsreiche Zeit und ich habe so im Bereich Kulturarbeit und Projektmanagement sehr viele Erfahrungen gesammelt.

 

Nach meinem Referendariat an einer Schule in Frankfurt am Main wollte ich mich trotz mehrerer Stellenangebote im Großraum Frankfurt nicht auf den Schullalltag einlassen und war sehr froh, als mir der DAAD nach einer langen Bewerbungsphase eine Lektorenstelle an der Université Paris Ouest Nanterre La Défense in einem Pariser Vorort anbot. Ich zögerte nicht lange, diese Stelle anzunehmen und lehre dort mittlerweile das fünfte Jahr Deutsch als Fremdsprache, gebe Kommunikations- und Übersetzungskurse, biete den Studierenden aber auch landeskundliche und literaturwissenschaftliche Kurse an.

 

Wurden Sie während Ihres Studiums an der Universität Potsdam in irgendeiner Weise angeregt, den internationalen Arbeitsmarkt für sich zu entdecken oder besonders dabei unterstützt oder vorbereitet?
Motiviert hatte mich ursprünglich die Tatsache, dass zahlreiche Kommilitonen entweder mit ERASMUS und als Fremdsprachen-Assistenten ins Ausland gegangen sind. Ich hatte einmal an einer Info-Veranstaltung teilgenommen, die das Büro der französischen Botschaft am Neuen Palais organisierte. Auch habe ich regelmäßig die Aushänge in der Romanistik studiert. Dort bin ich auch auf die Ausschreibung für das „DeutschMobil“ gestoßen. Richtig geholfen haben mir meine Dozenten, indem sie mir gute Gutachten geschrieben haben.

 

Was nehmen Sie denn auf jeden Fall aus Ihrer Studienzeit an der Universität Potsdam mit?
Sehr viel: Interessante Geschichtsseminare und spannende Vorlesungen,
die Erinnerung an leckeres und günstiges Mensaessen - im Sommer auf der Wiese am Neuem Palais, gemütliche Wohnheimabende, Potsdams naturnahe Umgebung, Baden im Heiligen See mit Blick auf das Schloss, Radfahren und meine ersten Schulpraktika. Ich habe insgesamt fünf wunderbare Jahre in Potsdam verbraucht, nur die Liebe zu Frankreich war grösser.

Herzlichen Dank für dieses Gespräch!